Wenn Gespräche nicht mehr weiterhelfen – Mediation im betrieblichen Kontext

Ein Konflikt zwischen zwei Abteilungsleitungen zieht sich seit einem Jahr. HR hat vermittelt, die Geschäftsführung hat geredet, beide Seiten haben versprochen, es besser zu machen – und trotzdem bleibt die Situation fest. An diesem Punkt kommt Mediation ins Spiel.

Was Mediation von anderen Verfahren unterscheidet

Mediation ist kein Gespräch, das moderiert wird. Sie ist ein strukturiertes Verfahren, das auf drei Grundprinzipien beruht: Freiwilligkeit, Eigenverantwortung und Allparteilichkeit der Mediatorin.

Freiwilligkeit bedeutet: Beide Parteien entscheiden sich aktiv für das Verfahren. Mediation, die angeordnet wird, scheitert in der Regel. Eigenverantwortung bedeutet: Die Lösung kommt von den Beteiligten, nicht von der Mediatorin. Allparteilichkeit bedeutet: Die Mediatorin ist weder auf der einen noch auf der anderen Seite.

Typische betriebliche Anlässe

Konflikte zwischen einzelnen Personen sind der klassische Anwendungsfall. Hinzu kommen Konflikte nach strukturellen Veränderungen: Fusionen, Umstrukturierungen, neue Zuständigkeiten. Und Konflikte in der Nachfolge: Wenn jemand eine Position übernimmt, die eine andere Person beansprucht hatte.

Wann Mediation nicht der richtige Weg ist

Bei einem deutlichen Machtgefälle zwischen den Parteien ist Mediation nur eingeschränkt geeignet. Wenn bereits rechtliche Schritte eingeleitet wurden oder wenn eine der Parteien nicht freiwillig teilnimmt, ist ein anderes Verfahren angezeigt.

Wie ein Mediationsverfahren abläuft

Nach einem Vorgespräch mit beiden Parteien getrennt findet die eigentliche Mediation in gemeinsamen Sitzungen statt – meistens zwei bis vier, je nach Komplexität. Zunächst werden die Positionen gehört. Dann geht es darum, die dahinterliegenden Interessen sichtbar zu machen. Auf dieser Grundlage entwickeln die Parteien selbst Lösungsoptionen und erarbeiten eine Vereinbarung, die beide tragen können.

Die Vereinbarung ist kein Vertrag im rechtlichen Sinne, aber sie ist konkret, schriftlich und von beiden unterzeichnet. Eine Nachsorgesitzung nach einigen Wochen hilft zu überprüfen, ob die Vereinbarung hält.

Verwandte Texte: Mediation oder Moderation? · Erfolgreich schwierige Gespräche führen · Mehr zum Thema: Mediation